Regionen und Vereine

01.09.2026 | Daniel Willi

Im Verbandsjahr 2025/26 stand weiterhin die gezielte Stärkung der Vereine im Zentrum. Mit individueller Begleitung, praxisnahen Unterstützungsangeboten und der Weiterentwicklung zentraler Strukturen wurden die Voraussetzungen geschaffen, damit Vereine ihre Nachwuchsarbeit, Organisation und Entwicklung nachhaltig stärken können.

Vereinsentwicklung & Club-Support

Die Vereinsentwicklung und der direkte Club-Support bildeten auch im Verbandsjahr 2025/26 einen wichtigen Schwerpunkt. Über 40 Mitgliedsvereine wurden individuell und teilweise über einen längeren Zeitraum begleitet. Die Fragestellungen reichten vom Aufbau neuer Nachwuchsangebote im Bereich U7 bis U11 über die Gewinnung von Trainer*innen und die Sicherung personeller Ressourcen bis hin zu strukturellen Fragen, regionalen Kooperationen und Spielgemeinschaften.

Ein zunehmend bedeutendes Thema ist die Halleninfrastruktur. Der SHV unterstützte verschiedene Vereine bei Gesprächen und Koordinationsprozessen mit Gemeinden und engagierte sich gleichzeitig auf nationaler Ebene in der Arbeitsgruppe «Hallenknappheit». Gemeinsam mit Swiss Olympic, den drei weiteren Indoor-Sportverbänden, dem Schweizerischen Turnverband und der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Sportämter werden Lösungsansätze für die wachsenden infrastrukturellen Herausforderungen im Schweizer Sport erarbeitet.

Weitere Unterstützungsangebote umfassten Vereinscoachings über den Partner vereinscoaching.ch sowie die Aktivierung freier Spielformen wie 30Plus, HandballGym und FSS. Besonders intensive Begleitungen fanden unter anderem beim HC March-Höfe mit dem Neuaufbau der Stufen U9 und U11 sowie einer strukturellen Neuausrichtung des Vereins, beim HV Oensingen in den Bereichen Trainer*innengewinnung, Hallenressourcen und Schulhandball sowie bei Handball Nordwest zur Strukturierung der Dachorganisation statt. Beim HC Glarus standen Rollenklärung und Nachwuchsaufbau im Zentrum, beim Handball Jura Club regionale Kooperationen, Hallenvergabe und Mitgliedergewinnung. Der neu gegründete BHC Rappi-Jona wurde von der Vereinsgründung über die Aufnahme in den SHV und den Zürcher Handball-Verband bis zum Start des Trainingsbetriebs begleitet. Gleichzeitig wurden bereits die Grundlagen für weitere Vereinsgründungen ab der Saison 2026/27 gelegt, darunter Handball Chur Grischun, der HC Brienzersee und der HC de la Gruyère.

J+S-Coaches und Club Management
Die Zusammenarbeit zwischen dem SHV und den J+S-Coaches der Vereine wurde im Verbandsjahr weiter gestärkt und professionalisiert. Die Funktion ist für die Qualität und Stabilität der Nachwuchsarbeit von zentraler Bedeutung. J+S-Coaches bilden innerhalb der Vereine die Schnittstelle zu Jugend+Sport und sind unter anderem für die Planung und Administration der J+S-Angebote, die Betreuung und Meldung der Leiter*innen für Aus- und Weiterbildungen, die Kommunikation mit dem SHV und den kantonalen Sportfachstellen sowie für die korrekte Abwicklung der J+S-Beiträge verantwortlich.

Um die Vereine und ihre Verantwortlichen in diesen Aufgaben weiter zu stärken, wurde im März und April 2026 erneut der Lehrgang «Club Management» der Swiss Olympic Academy durchgeführt. Parallel dazu wurde das VAT-Dashboard für J+S-Coaches weiterentwickelt. Die Vereine erhielten zudem Unterstützung bei der korrekten J+S-Administration sowie über die Angebote auf der Club-Support-Plattform des SHV. Damit sollen sowohl die Vereinsführung als auch die Nachwuchsarbeit langfristig professionalisiert und stabilisiert werden.

Datenschutz und operative Unterstützung
Ein weiterer Schwerpunkt war die Unterstützung der Mitgliedsvereine bei der Umsetzung des neuen Datenschutzgesetzes. Dafür wurde ein praxisorientierter Leitfaden entwickelt, der die wichtigsten Anforderungen für den Vereinsalltag zusammenfasst. Behandelt werden unter anderem die datenschutzrechtlichen Verantwortlichkeiten innerhalb eines Vereins, Anforderungen an Mitgliederverwaltung, J+S- und Teamadministration, der Umgang mit Bildrechten von Kindern und Jugendlichen sowie die datenschutzkonforme Kommunikation über Social Media und Vereinswebseiten. Ergänzt wurde der Leitfaden durch Empfehlungen zu Einwilligungsprozessen bei Turnieren und Veranstaltungen sowie eine kompakte Checkliste «DSG im Handballverein». Die Unterlagen wurden über den Club-Support veröffentlicht und werden laufend aktualisiert. Auch die operative Unterstützung der Regionalverbände wurde weitergeführt und strukturell gestärkt. Dazu gehörten unter anderem Swisslos-Sportfonds-Gesuche, Nachwuchsförderbeiträge, Materialförderung, Termingeschäfte für die Regionen sowie die Unterstützung bei Statutenanpassungen.

Ethik-Statut in den Vereinen
Ein bedeutender Schwerpunkt der Legislatur war die Integration des Ethik-Passus in die Statuten sämtlicher Mitgliedsvereine. Im Verlauf des Verbandsjahres wurden die Statuten von über 220 Vereinen geprüft und der jeweilige Stand zentral dokumentiert. Vereine wurden bei der Formulierung und bei juristischen Fragestellungen begleitet, gleichzeitig wurde die Umsetzung gemeinsam mit den Regionalverbänden harmonisiert. Mit der weitgehend fristgerechten Integration bis Ende des Verbandsjahres ist der Ethik-Passus inzwischen nahezu flächendeckend im Schweizer Handball verankert.

Vereinslandschaft und Aktivierung
Auch die Vereinslandschaft entwickelte sich weiter. Mit dem BHC Rappi-Jona wurde ein neuer Verein in den Zürcher Handball-Verband aufgenommen. Handball Chur Grischun wird Teil des Handball-Regionalverbands OST, der HC Brienzersee des Handball-Regionalverbands Bern-Jura und der HC de la Gruyère der Association Régionale de Handball Romandie. Per 30. Juni 2026 trat gleichzeitig der Big Ben Club aus dem Handball-Regionalverband Nordwestschweiz aus.

Neben strukturellen Themen blieb die Aktivierung neuer Spieler*innen und Nachwuchssportler*innen ein zentrales Arbeitsfeld. Vereine wurden bei Hallen- und Infrastrukturfragen ebenso unterstützt wie J+S-Coaches bei der Planung ihrer J+S-Aktivitäten und der langfristigen Entwicklung von Trainer*innen innerhalb des Vereins. Diese Arbeit schafft wichtige Voraussetzungen für einen niederschwelligen Einstieg in den Handball und für eine nachhaltige Nachwuchsgewinnung.

Schlussbemerkung
Das Verbandsjahr 2025/26 war im Bereich Breitensport und Vereinsentwicklung von intensiver operativer Arbeit und gleichzeitig von struktureller Weiterentwicklung geprägt. Die Begleitung zahlreicher Vereine, die Professionalisierung des Club-Supports und der Zusammenarbeit mit den Regionen, die nahezu flächendeckende Umsetzung des Ethik-Passus sowie das Kinderhandball-Festival mit über 1200 Teilnehmenden zeigen die Breite der geleisteten Arbeit. Im Zentrum stand dabei stets dasselbe Ziel: Vereine und ihre Verantwortlichen so zu unterstützen, dass sie ihre Aufgaben nachhaltig wahrnehmen, neue Menschen für den Handball gewinnen und langfristig stabile Strukturen schaffen können.


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