Jonathan Rosas, Corsier Handball Club

Jonathan Rosas Corsier Handball

Name: Jonathan Rosas
Geburtsjahr: 1992
Wohnt in: Meinier (GE)

Verein: Corsier Handball Club
Funktion: techn. Leiter, Juniorentrainer, Vorstandsmitglied

«Man hat das Gefühl, zu einer einzigen grossen Familie zu gehören»

 

Dein Lieblingsplatz ist hier im Park vor der Sporthalle in Corsier. Warum genau hier?

Jonathan: Ich haben diesen Ort gewählt, weil ich hier als Ehrenamtlicher begonnen habe. Ich fühle mich hier wohl, kenne fast jedes Gesicht. Die Umgebung ist wunderschön, man kann hier völlig entspannt trainieren. 

Wie bist du zum ersten Mal mit Handball in Kontakt gekommen?

Jonathan: Als Handball in mein Leben gekommen ist, war ich gerade 11. Ich habe mit meiner Klasse ein Schulhandballturnier besucht. Seitdem hat mich der Sport nicht mehr losgelassen, in stehe seitdem jedes Wochenende in der Halle. Als Juniorspieler habe ich für Chênois gespielt, seit fünf Jahren spiele ich nun in Nyon in der 1. Liga.

Beim Verein CS Chênois Genève habe ich auch als Trainer angefangen. Ich betreute ein Mädchenteam und habe es über mehrere Kategorien begleitet. Dann ist eines Tages Yasmine Marfe auf mich zugekommen. Sie hatte vor kurzem den Verein Corsier Handball gegründet und ist seitdem auch dessen Präsidentin. Sie fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, Kinder, die wie ich am Schulhandballturnier teilgenommen hatten, zu trainieren. Ich fand die Anspielung sehr lustig, und habe die Herausforderung angenommen.

Was machst du zurzeit alles in deinem Verein?

Jonathan: Ich bin Vorstandsmitglied und technischer Leiter, dazu trainiere ich eine Juniorenmannschaft. Ich habe in den vergangenen Jahren auch viele Leiterinnen und Leiter rekrutiert, die bei uns ihr erstes Trainer-Handwerk erlernt haben. Das liegt uns besonders am Herzen: Wir setzen nicht nur auf die Spielerausbildung, sondern geben auch jungen Menschen die Chance, als Trainer einzusteigen. Nebenher habe ich noch viele weitere Aufgaben, etwa als Kontaktperson der Gemeinde oder bei Werbeaktionen. Es nimmt einen Grossteil meiner Freizeit in Anspruch, aber ich habe es bislang nicht bereut.

Was motiviert dich am meisten, dich ehrenamtlich zu engagieren?

Jonathan: Zum einen finde ich natürlich, dass Handball der schönste Sport überhaupt ist. Er verbindet Geschicklichkeit und Koordination, Leidenschaft und körperlicher Einsatz. Dazu kommt, dass Handball als Teamsport nur wenig Medienaufmerksamkeit erhält, auch wenn das natürlich auch Nachteile mit sich bringt. Aber man hat das Gefühl, zu einer einzigen grossen Familie zu gehören. Zum anderen finde ich es motivierend, mit jungen Menschen zu arbeiten, sie weiterzubringen. Ich bin froh, dass ich etwas weitergeben kann an die Jungen, so wie ich früher von meinen Trainiern profitieren konnte. Nicht nur aus sportlicher, sondern auch meschlicher Sichtweise, denn wir vermitteln viele Werte, die ihnen später im Leben helfen werden.

Erzähl eine Anekdote, die du in deiner Funktion erlebt hast. 
Jonathan: Einmal hat mich ein junger Spieler gefragt, ob ich so alt sei wie sein Papa, der sei nämlich auch immer  «sehr müde und sehr beschäftigt». Darüber musste ich schmunzeln, ich habe es aber als Wertschätzung meiner Arbeit verstanden. 

Welches war bislang der schönste Moment?

Jonathan: Da gibt es natürlich mehrere. Aber ich werde mich sicher lange an unseren Aufstieg in die U13-Interklasse letzte Saison erinnern, der der krönende Abschluss von vier harten Jahren Arbeit war. Die Spieler haben dann ein Gedicht verfasst und es vor Weihnachten vor allen Eltern vorgelesen. Das war ein wunderbares Geschenk.

Hast du ein Vorbild, jemanden, der dich besonders inspiriert?

Jonathan: Da fällt mir meine verstorbene Grossmutter ein. Sie hat mich immer unterstützt, ohne sie wäre ich nicht dort, wo ich heute stehe. Ihre Philosopie war: Immer hart arbeiten, dann bereust du nichts – egal ob du deine Ziele erreichst oder nicht. Für diese Unterstützung kann ich ihr gar nicht genug danken. 

Wo siehst du deine Stärken und Schwächen?

Jonathan: Mein Alter ist sicher eine Stärke, denn ich möchte mich einbringen, Dinge anpacken und mich beweisen. Manchmal fehlt es mir dabei aber auch an Erfahrung. Mein sportliches Knowhow hilft mir sicher, wenn ich mit den Spielern diskutiere. Hingegen schaffe ich es manchmal nicht, genügend Abstand zu wahren. Eine weitere Stärke ist sicher auch, dass ich mittlerweile viele Leute kenne in der kleinen Handballwelt in der Romandie.

Was hat dir dein Engagement persönlich gebracht?

Jonathan: Natürlich zunächst einmal viele Erfahrungen! Ich möchte Geografielehrer werden und als Trainer habe ich mittlerweile einen grossen Schatz an Erfahrungen im Umgang mit Jugendlichen. Ich habe auch gelernt, zu organisieren, leiten und Prioritäten zu setzen. Als aktives Mitglied in einem Verein erlebt man vieles, womit man sonst nicht in Berührung käme.

Der SHV ist der nationale Fachverband und das Kompetenzzentrum für den Handballsport in der Schweiz.
Der SHV ist Mitglied von Swiss Olympic sowie des Weltverbands IHF und der Europäischen Handball Föderation EHF.

Schweizerischer Handball-Verband ,
Tannwaldstr. 2, Postfach 1750, 4600 Olten
Tel +41 31 370 70 00 - Fax +41 31 370 70 09 -
shv-fsh@handball.ch


Zum Seitenanfang