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Von Ägypten auf die Trainerbank
Norman Kietzmann soll GC Amicitia Zürich im Endspurt der Saison zum Klassenerhalt coachen. Wie es dazu kam und was er vorhat, verrät er in der Schnellen Mitte.
01.03.2018
Schnelle Mitte - das Kurzinterview mit Norman Kietzmann

GC Amicitia Zürich hat auf die akute Abstiegsgefahr reagiert und Anfang der Woche den Trainer ausgetauscht. Auf Markus Berchten folgt der GC Amicitia-Juniorentrainer Norman Kietzmann, der auf der Zielgeraden die Mannschaft zum Klassenerhalt führen soll. Keine drei Tage nach seinem Dienstantritt stand am Mittwoch der erste Ernstkampf an. Beim 20:20 gelang seiner Mannschaft immerhin ein Punktgewinn gegen den TSV St. Otmar. In der Schnellen Mitte erklärt Kietzmann, wie er zu der Aufgabe gekommen ist und wie er GC Amicitia in der NLA halten möchte.
 



handball.ch: Bis vor wenigen Tagen warst du noch Trainer der U15 Elite bei GC Amicitia Zürich, jetzt bist du Cheftrainer des Fanionteams in der NLA. Kannst du uns beschreiben, wie es zu der Beförderung gekommen ist und welche Gedanken du dir gemacht hast, bevor du zugesagt hast? Und, muss dein Amt im Nachwuchsbereich jetzt eigentlich ruhen?
Norman Kietzmann: Ich finde, jede gute Geschichte startet mit etwas Lustigem. Als der Sportchef Daniel Hauser mich angerufen hat, befand ich mich im Ägyptenurlaub und die Verbindung war andauernd unterbrochen und ich konnte Sätze wie "Könntest Du Dir vorstellen den Job zu übernehmen?" immer nur in Bruchstücken hören. Viel Zeit zu überlegen hatte ich im Anschluss nicht, aber Gedanken sind mir viele durch den Kopf gegangen. Ein paar davon kann ich gerne mit euch teilen: Als Familienvater von zwei kleinen Jungs ist mir als erstes durch den Kopf gegangen, ob ich die Position des Cheftrainers neben Job und Familie seriös leisten kann. An dieser Stelle möchte ich einen grossen Dank an meine Frau richten, die mir den nötigen Rückhalt gibt und nach einem Gespräch das "Go" dafür gegeben hat.

Ein weiterer Gedanke, den ich hatte, war, welche Impulse ich in den verbleibenden Wochen setzen kann, um der Mannschaft zu helfen. Diese Dinge habe ich dann aufgeschrieben und in einem zweiten Telefonat mit dem Sportchef besprochen. Ich kenne Daniel Hauser schon länger und er hat mir in den Punkten zugestimmt. Nachdem das besprochen war, habe ich mir natürlich Gedanken über die U15-Junioren und meine beiden Co-Trainer Daniel und Patrick Ponca gemacht. Mein Amt im Nachwuchs ruht nur begrenzt. Ich habe den U15-Spielern versprochen, sie nicht im Stich zu lassen und versuche bei Ihnen zu sein, wenn immer es der Trainings- und Spielplan der NLA zulässt.

Wir bei GC Amicitia Zürich haben entschieden, in Zukunft weiterhin auf unseren Nachwuchs zu setzen. Unsere Sponsoren und Gönner stehen hinter diesem Konzept. Es wäre daher ein schlechtes Zeichen, diese talentierten Kids, die derzeit auf Playoff-Kurs und eine wirklich tolle Truppe sind, nicht weiterhin zu begleiten. Wenn ich das Talent einiger der Kids anschaue, bin ich sehr zuversichtlich, dass der ein oder andere den Weg in unsere NLA schaffen wird. Als auch Daniel Ponca sein OK gegeben hat, habe ich dann zugesagt.

handball.ch: Du hast keine Vorlaufzeit und musst gemeinsam mit der Mannschaft sofort Ergebnisse abliefern. Auf was legst du in dieser kurzen Zeit den Fokus? Worauf kommt es allgemein in den noch verbleibenden vier Spielen an, damit die Playoffplätze und damit der sichere Klassenerhalt noch erreicht werden können?
Norman Kietzmann: Du sprichst es an, die Zeit ist kurz und, um ehrlich zu sein, habe ich mir noch nie so viel Zeit gewünscht, wie in den letzten drei Tagen. Der Sportchef und der Verein haben sich für mich entschieden, da die Teams, die ich in der Vergangenheit trainiert habe, immer versucht haben, auf dem Platz zu kämpfen und zu fighten. Neben ersten kleinen Änderungen im taktischen Bereich haben meine beiden Partner und ich den Fokus ganz klar auf den mentalen Bereich gelegt. Ich muss sagen, dass ich in den ersten Trainingseinheiten eine Mannschaft angetroffen habe, die bereit ist, alles zu geben, und im Training Gas gibt. Jetzt müssen wir dieses Feuer nur noch auf dem Platz bringen. Im Spiel am Mittwoch gegen St. Otmar St. Gallen hat man den Willen gespürt. Was ich im handball-taktischen Bereich verändern werde, kann ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten (lacht). Aber ich denke, diese Frage würde auch kein anderer Trainer beantworten.

handball.ch: Eine Mannschaft, die in der Abstiegsrunde spielt, ist grundsätzlich einer gewissen Abstiegsgefahr ausgesetzt. Wie ernst ist die Lage denn aktuell für GC Amicitia Zürich? Was stimmt dich zuversichtlich dass der Klassenerhalt, evtl. auch über den Umweg Playouts geschafft werden kann?
Norman Kietzmann: Wie ernst die Lage für GC Amicitia in der Abstiegsrunde ist, zeigt die derzeitige Tabellensituation. Ganz klar muss gesagt werden, dass wir gegen den Abstieg spielen, und dessen ist sich mittlerweile jeder im Verein bewusst. In einer solchen Situation sollte man aber nicht zu viel auf die Tabelle schauen, sondern von Spiel zu Spiel denken. Bei mir ist das Glas immer halb voll und nicht halb leer, deshalb sehe ich dem Ganzen optimistisch entgegen. In der Abstiegsrunde ist noch alles möglich und unser erstes Ziel ist unter die Top 8 zu kommen.

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Source: Matthias Schlageter/Bild: GC Amicitia Zürich

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