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David gegen Goliath
In der DNB Arena in Stavanger (Bild) trifft die Schweiz heute Samstag um 19.15 Uhr auf Norwegen. Die WM-Playoff-Begegnung ist live auf SRF zwei zu sehen.
09.06.2018
Norwegen gegen die Schweiz: Ein Duell David gegen Goliath

Am Samstag bestreiten die Schweizer Handballer in Stavanger gegen Norwegen das Hinspiel im WM-Playoff. Es ist ein Duell David gegen Goliath. Das Spiel ist um 19.15 Uhr live auf SRF zwei zu sehen. Das Rückspiel steigt am Dienstag in Zug. Der Vorverkauf läuft bei Ticketcorner.

Dass die jungen Schweizer weiterhin die Chance haben, erstmals seit 1995 an einer Weltmeisterschaft dabei zu sein, verdanken sie einem Missgeschick der Verantwortlichen von Bosnien-Herzegowina. Die Osteuropäer setzten am 13. Januar beim 21:15-Heimsieg mit Tomislav Nuic einen nicht auf dem offiziellen Match-Report aufgeführten Spieler ein. Deshalb wurde die Partie mit einem 10:0 für die Schweizer gewertet, die dadurch das WM-Playoff erreichten.

Die Norweger sind ein Topteam. An der WM 2017 scheiterten sie erst im Final an Gastgeber Frankreich (26:33). An der EM 2016 belegten sie den 4. Platz, und in diesem Jahr verpassten sie den Einzug in die Halbfinals äusserst knapp. Einen weiteren Beweis ihrer Stärke lieferten sie am Mittwoch, als sie Deutschland in München 30:25 bezwangen. ​Der erfahrenste Spieler beim Favoriten ist Kreisläufer Bjarte Myrhol, von 2010 bis 2015 Teamkollege von Andy Schmid bei den Rhein-Neckar Löwen.

"Die Norweger sind in dieser Verfassung ein riesiger Brocken", sagte der Schweizer Nationaltrainer Michael Suter. "Auf dem Papier ist es eine klare Angelegenheit." Dies umso mehr, als die Norweger praktisch mit der gleichen Mannschaft wie beim Gewinn der WM-Silbermedaille antreten, also dementsprechend eingespielt sind.

Suter: "Wir wollen an die WM"
Die Schweizer dagegen müssen auf nicht weniger als neun verletzte Spieler verzichten. "Es fehlt immer noch die Robustheit", bemängelte Suter. Immerhin stiessen am Donnerstag die zuletzt krank gewesenen Lenny Rubin und Kasper Arn zum Team. Beide hatten die Reise nach Dänemark, wo die SHV-Auswahl am Dienstag eine 22:29-Niederlage erlitt, nicht mitgemacht. Für Suter sind die schwierigen Umstände aber keine Ausrede. Das passt nicht zu ihm. Die Ambitionen sind klar: "Unsere Motivation ist nicht, etwas zu lernen. Das kommt automatisch. Wir wollen an die WM."

Gegen Olympiasieger Dänemark zeigten die Schweizer trotz der am Ende deutlichen Niederlage gute Ansätze. Nach 40 Minuten lagen sie bloss 16:17 hinten. Dann gönnte Suter dem überragenden Andy Schmid (neun Tore) eine Pause, was zu einem Bruch im Spiel der Schweizer führte. Der Top-Regisseur, gerade erst zum fünften Mal in Serie zum wertvollsten Akteur der Bundesliga gewählt, trug erstmals seit knapp einem Jahr das Nationaldress. "Er ist sehr motiviert", so Suter. "Wir sind froh, dass er zurück ist. Er ist extrem wertvoll."

"Wir müssen extrem konsequent sein"
Klar ist, dass die Schweizer nur dann eine Chance gegen Norwegen haben, wenn Schmid eine Topleistung abruft. Vieles wird auch von den Torhütern abhängen. Nikola Portner rückte als frischgebackener Champions-League-Sieger mit Montpellier ein. Er muss allerdings eine bessere Leistung wie gegen die Dänen zeigen. Von der Verteidigung dagegen war Suter im Testspiel durchaus angetan. "Wir haben vieles gut gemacht." Gegen die Norweger wird das Rückzugsverhalten enorm wichtig sein, da sie "extrem schnell nach vorne spielen. Wir müssen extrem konsequent sein", forderte Suter.

Vorne erhofft er sich von den Flügeln einiges. Und im Vergleich zur Partie gegen Dänemark braucht es mehr Tore von den Positionen Halblinks und Halbrechts. Das Problem ist allerdings, dass fünf Linkshänder im Rückraum (Delhees, Raemy, Küttel, Vernier, Kusio) nicht zur Verfügung stehen. Deshalb zählt Suter dort auf Rechtshänder Lukas von Deschwanden und den gelernten Flügelspieler Nik Tominec. Immerhin ist auf der anderen Seite Rückkehrer Rubin ein Garant für "einfache" Tore.

Was wäre für Suter in Norwegen ein gutes Resultat? "Wir sind auf einen Punktgewinn aus und gehen nicht anders ins Spiel. Es gilt, sich auf unsere Stärken zu konzentrieren. Wir wollen uns in Zukunft mit Topnationen messen, und die Zukunft fängt jetzt an."

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Quelle: Sascha Fey (sda)

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