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«Den Anschluss nicht verpassen»
Joel Hintermann ist neuer Bereichsleiter Beachhandball – zusammen mit ihm ist eine neue Führungscrew am Werk. Im grossen Interview steht er Red und Antwort.
11.12.2017
Joel Hintermann ist neuer Bereichsleiter Beachhandball

Nach den Rücktritten von Marco Bodmer und Monika Naprstek musste der Bereich Beachhandball reorganisiert werden. Mit Joel Hintermann wurde ein neuer Bereichsleiter gefunden und eine komplett neue Führungscrew installiert. Im Interview erklärt Joel Hintermann, was für das Jahr 2018 zu erwarten ist und worauf der Fokus gelegt wird.
 


 
Am Kick-off Meeting vom 2. Dezember wurde unter der Leitung des eingesetzten Projektleiters Florian Blumer die neue Bereichsleitung Beachhandball konstituiert. Bist Du mit der personellen Besetzung der Bereichsleitung zufrieden; wurden alle Wunsch-Funktionen im Beachhandball besetzt?
Joel Hintermann: Wir konnten alle Funktionen mit Personen besetzen, welche bereits Erfahrungen in ihrem jeweiligen "Ämtli" gemacht haben. Daher denke ich, dass wir sicher eine gute Basis am Kick-off Meeting geschaffen haben. Ich bin vor allem froh, dass die Arbeit auf verschiedene Schultern verteilt werden konnte. Wir alle treten aber alle das Erbe von Marco Bodmer und Monika Naprstek an, welche mit viel Liebe und Leidenschaft Beachhandball in den letzten Jahren begleiten haben. Es ist ein grosses Erbe. Zum Glück werden wir sie nicht ganz verlieren und können sicher auch auf Ihr Wissen und ihre Erfahrungen zurückgreifen wenn mal Not am Mann oder der Frau ist.

Was ist für die Sommersaison 2018 an Neuem im Beachhandball zu erwarten?
Joel Hintermann: In der Sommersaison 2018 werden nur kleinere Neuigkeiten zu erwarten sein. Diese werden aber eher das Schiedsrichterwesen sowie die Turnierorganisatoren betreffen. Wir befinden uns in einer Findungsphase, wie es mit dem Beachhandball in der Schweiz weitergehen soll.

Welchen Stellenwert soll Beachhandball innerhalb des SHV deiner Ansicht nach haben; grosse Sprünge können im Moment nicht getan werden?
Joel Hintermann: Meiner Meinung nach hat der Beachhandball innerhalb der Schweizer Handball-Szene einen zu geringen Stellenwert. Wir müssen diesen sicher wieder steigern und an das Niveau von vor acht bis zehn Jahren heranführen. Im Deutschen Verband wurde der Entscheid gefällt, neben der Halle auch auf Beachhandball zu setzen. Seither gibt es wieder Teams, welche an internationalen Turnieren teilnehmen und eine Beachtour mit guten Teams. Frankreich ist mittlerweile auch auf den Beachhandball-Zug aufgesprungen und hat im letzten Jahr das erste Mal an einer Europameisterschafft teilgenommen. Wir sollten auch in der Schweiz die Voraussetzungen schaffen, damit wir denn Anschluss an die grossen Nationen nicht verpassen.

Trotzdem soll eine Weiterentwicklung, dass vermehrt Beachhandball in der meisterschaftsfreien Zeit gespielt wird, angegangen werden. Gibt es bereits Ideen, wie die Vereine mit ihren Spielerinnen und Spielern für Beachhandball gewonnen werden sollen?
Joel Hintermann: Wie bereits gesagt, wir befinden uns in einer Findungsphase und erarbeiten nun unter Florian Blumer eine Strategie, wie wir den Beachhandball innerhalb der Schweiz verbessern können, sowie wir neue Vereine dazu gewinnen können. Natürlich dürfen sich Interessierte jederzeit bei uns melden.

Plakativ gesagt: Beachhandball spielt nur, wer die Spielform kennt. Wie wird nun diese Spielart an nicht erfahrene Sandspezialisten übertragen?
Joel Hintermann: Beim IOC ist der Entscheid noch hängig, ob Beachhandball an den Olympischen Spielen zugelassen wird. Falls dieser Entscheid positiv ausfällt, sollte es auch einfacher sein, Athleten sowie Trainer und Trainerinnen für diese Sportart zu begeistern. Vielleicht müssen auch Trainer-Kurse angeboten werden, damit diese das Spiel und die Regeln kennenlernen. Im Beachhandball sind teils andere Fähigkeiten notwendig als in der Halle. Wenn Beachhandball olympisch wird, könnte ich mir auch gut vorstellen, dass gute Spielerinnen und Spieler aus der Halle, welche keine Chance haben auf ein Aufgebot in die Nationalmannschaft, vermehrt den Weg in den Sand finden, da dann auch die Möglichkeit bestünde, an Olympischen Spiele zu reisen. Und sind wir ehrlich: welcher Sportler oder Sportlerin möchte nicht an Olympischen Spielen teilnehmen?

Nun geht es mit grossen Schritten gegen Ende 2017. Dein Wunsch für 2018, was Beachhandball anbelangt?
Joel Hintermann: Mit den Beachqueens konnte sich ein Team für das EBT-Masters qualifizieren. Ende Juni werden wieder Nachwuchs-Europameisterschaften ausgetragen, bei denen zwei Schweizer Teams teilnehmen. Ich wünsche allen Mannschaften natürlich eine Top-Platzierung bei den internationalen Wettkämpfen. Für die Turniere in der Schweiz wünsche ich mir spannende Spiele ganz im Sinne des Fairplays.

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Quelle: Alessandro Crippa / Bild: Roland Peter (Archiv).

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