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Eine Lektion für die Schweiz
Die Schweiz bleibt im Heimspiel gegen den WM-Dritten Slowenien ohne Chance und verliert vor 1'245 Zuschauern in Schaffhausen diskussionslos mit 20:33 (9:18).
14.06.2017
EM-Qualifikation: Die Schweiz gegen den WM-Dritten chancenlos

Die Schweizer Nationalmannschaft hat ihr letztes Heimspiel der EM-Qualifikation gegen den WM-Dritten Slowenien deutlich mit 20:33 (9:18) verloren. Vor 1'245 Zuschauern in Schaffhausen blieb die aufgrund von zahlreichen verletzungs- und krankheitsbedingten Abwesenheiten erneut völlig neu formierte SHV-Auswahl ohne jede Chance. Zum Abschluss der Kampagne folgt am Sonntag (15 Uhr, live auf TV24) das Auswärtsspiel bei Europameister Deutschland.

Die SHV-Auswahl zahlte in der ungewohnten Zusammensetzung mit vier Debütanten und zusätzlich ohne den kranken Kreisläufer Lucas Meister erneut enorm viel Lehrgeld. Erschwerend kam am Mittwoch hinzu, dass auch längst nicht alle Schweizer Leistungsträger ihr Optimum abrufen konnten. Die Partie erfuhr darum schon früh eine entscheidende Zäsur. Slowenien nutzte die offensichtlichen Abstimmungsschwierigkeiten und die Ungenauigkeiten des Heimteams in der Viertelstunde vor der Pause konsequent und stellte von 9:6 (17.) auf 16:7 (27.). Der WM-Dritte nahm dem sportlichen Geschehen damit schon in der ersten Halbzeit jegliche Spannung.

«Wir haben die Realität gesehen, da müssen wir keine Alibis suchen. Slowenien hat sehr gut gespielt – wir haben sie aber auch sehr gut spielen lassen. Wir haben gesehen, was eine Topnation auf diesem Level für ein Niveau anbietet, und wir konnten nicht dagegen halten. Das Resultat ist so korrekt, und das kann man auch nicht schönreden», sagte Nationaltrainer Michael Suter. Die Schweizer assen in der Tat hartes Brot, sowohl individuell, als auch im Kollektiv. Als Sinnbild gilt die rechte Angriffsseite, auf der mit Nicolas Raemy, Ron Delhees, Pascal Vernier, Cédrie Tynowski und Jonas Dähler ohnehin schon fünf Linkshänder fehlten. Gerade Dimitrij Küttel, auf dem entsprechend viel Verantwortung lastete, zog einen schwarzen Tag ein. Die Erklärung der diskussionslosen Niederlage war aber nicht bei einzelnen Akteuren zu suchen. Die Schweiz mit ihrer jungen und unerfahrenen Mannschaft war den Slowenen schlicht in allen Belangen unterlegen.

Unter der Regie von Andy Schmid und Luka Maros und unterstützt durch die Paraden von Simon Kindle verkürzte die Schweiz bis zur 42. Minute dank ihrer besten Phase noch einmal auf 16:22 – sie brachte den Gegner damit aber natürlich nicht wirklich in Bedrängnis. Slowenien brachte immer wieder einen Hauch von Weltklasse in die BBC Arena. Im Vergleich mit dem Heimteam verfügten die Gäste über mehr Breite, mehr Routine, mehr Physis und vor allem über viel mehr Durchschlagskraft. Vor allem dann, wenn die Slowenen in der Offensive ihr beeindruckendes Tempo aufnehmen konnten, war für die Verteidigung der SHV-Auswahl nicht mehr allzu viel auszurichten. Kam die Ausgeglichenheit hinzu: Bei Slowenien trugen sich alle 13 eingesetzten Feldspieler sowie auch Torhüter Urh Kastelic (2) in die Skorerliste ein.

Ein kleiner Lichtblick war die Leistung von Maximilian Gerbl. Der rechte Flügel, der wie Patrick Strebel, Samuel Zehnder und Michael Kusio zu seinem Debüt in der Nationalmannschaft kam, zeigte einen unbekümmerten Auftritt und war viermal erfolgreich. Ansonsten bestätigte das Spiel am Mittwochabend gegen einen starken Gegner, was ohnehin klar war: Die Entwicklung der jungen Nationalmannschaft und die Annäherung an die europäische Spitze ist ein weiter Weg. «Das braucht Zeit, aber Zeit allein hilft uns auch nicht. Es braucht ein Bewusstsein von jedem einzelnen Spieler, wohin der Weg führen soll und was für ein Level gefordert ist. Wir haben heute gesehen, dass das bei vielen noch nicht der Fall ist. Und der Sport ist dann in diesen Situationen sehr ehrlich», sagte Michael Suter. Die ehrliche Erkenntnis war am Mittwochabend denn auch, dass ein Gegner wie Slowenien für die junge SHV-Auswahl zurzeit noch weit entfernt ist.
 


 
EM-Qualifikation Männer

Schweiz – Slowenien 20:33 (9:18)
BBC Arena, Schaffhausen – 1'245 Zuschauer – Sr. Alvarez/Bustamante (ESP).
Torfolge: 0:1, 3:3, 3:6, 5:7, 5:9, 7:10 (19.), 7:16 (27.), 9:16, 9:18; 13:22, 16:22, 16:25, 17:25, 17:29 (50.), 19:29, 19:33, 20:33.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 2mal 2 Minuten gegen Slowenien.
Schweiz: Portner/Kindle (19. bis 56.); Schmid (3/1), Rubin (2), Lier (1), Sidorowicz (1), Röthlisberger, Küttel (1), Markovic (1), Luka Maros (6), Huwyler (1), Kusio, Strebel, Zehnder, Gerbl (4/1). 
Slowenien: Skok/Kastelic (2/ab 31.); Blagotinsek (5), Verdinek (2), Marguc (2), Dolenec (5/1), Miklavcic (3), Kodrin (1), Bezjak (2), Barisic (1), Grebenc (3), Zabic (4), Mackovsek (1), Mlakar (1), Leban (1).
Bemerkungen: Schweiz ohne Raemy, Delhees, Tynowski, Vernier, Dähler, Von Deschwanden (alle verletzt) und Meister (krank). – Länderspiel-Debüts von Kusio, Strebel, Zehnder und Gerbl. – Portner hält Penalty von Dolenec (15./5:9).

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Quelle: Marco Ellenberger. Bild: Alexander Wagner.

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