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Neuer Trainer, neues Umfeld
Mit der Wahl von Michael Suter als Nationaltrainer hat der SHV einen wichtigen Schritt vollzogen. Im Zentrum stehen auch die SHL-Vereine – und Andy Schmid.
03.03.2016
Michael Suters Aufstieg an die Spitze der SHV-Auswahl

Der Schweizerische Handball-Verband (SHV) hat den erfolgreichen Nachwuchs-Coach Michael Suter (40) zum Cheftrainer der Nationalmannschaft befördert. Der frühere Top-Flügel mit langjähriger Vergangenheit in Winterthur und Schaffhausen einigte sich mit dem SHV auf eine Zusammenarbeit bis 2020. Die Leitung der nationalen Handball-Akademie in Schaffhausen wird der 40-jährige Pädagoge fortführen, sein Mandat als Coach der Kadetten-Espoirs hingegen gibt der 75-fache Ex-Nationalspieler ab.

Suters Nominierung ist eine gute, nachvollziehbare und erwartete Wahl. Er stand schon länger zur Debatte, sein Leistungs-Dossier im Nachwuchssektor ist erstklassig. Innerhalb der letzten sechs Jahre führte der Zürcher vier SHV-Teams an acht Endrunden. Unter seiner Leitung etablierten sich die Schweizer Junioren unter den Top 10 Europas.

"Ich starte mit einer grossen Portion Demut zu dieser Herausforderung", sagte Suter am Tag seiner Einsetzung und versprach: "Wir werden den steinigen Weg mit einer gewissen Beharrlichkeit gehen müssen." Im nicht nur schon jahrelang stagnierenden, sondern taumelnden A-Team steht Suter tatsächlich eine heikle Aufgabe bevor. Der Versuch, mit dem Bundesliga-Dozenten Rolf Brack an der Spitze den Stillstand zu bekämpfen, scheiterte. Das Fiasko gegen die Niederlande (21:34) am Ende der elften missratenen WM-Ausscheidung in Serie war ein weiterer von vielen Tiefpunkten.

Brack löste die Probleme nicht, im Gegenteil. Seit der Trennung von Goran Perkovac 2013 sind die Schweizer Handballer im internationalen Ranking noch tiefer abgesackt. 25 Fehltritte in 37 Spielen überschatten die kurze Ära Bracks. Die Faktenlage vor Suters Amtsantritt ist erdrückend: Seit 1995 hat die SHV-Auswahl keine WM-Teilnahme mehr vorzuweisen, seit der Heim-EM vor über zehn Jahren ist sie praktisch spurlos verschwunden. Beschönigt wird das ramponierte Image von den Entscheidungsträgern nicht: "Wir müssen realistisch sein, wir sind heutzutage nirgends mehr", hält das Zentralvorstandsmitglied Pascal Jenny fest.

Der Vertrag mit Schmid
Der Ex-Internationale Jenny ist der massgebliche Networker im Hintergrund. An einen Umschwung glaubt er weiterhin - mit Blick auf die gefüllte Nachwuchspipeline: "Wir haben hinter den Kulissen trotz den akuten Problemen im Nationalteam ein paar Dinge richtig gemacht." Ein letzte Chance bliebe nun, die Wende einzuleiten, tiefer könne man nicht mehr sinken. Vom international anerkannten Förderer aus den eigenen Reihen erhofft sich der Verband eine zeitnahe Stabilisierung. Suter soll mit den Talenten der Jahrgänge 1992 bis 1996 nun auch auf dem höchsten Level eine kompetitive Equipe formen, sein Motto lässt keinen Spielraum mehr für Interpretationen: "Der Weg ist alternativlos."

Klar ist, dass er den Weg zusammen mit Andy Schmid gehen wird. Der Superstar des Bundesliga-Spitzenteams Rhein-Neckar Löwen amtet künftig nicht nur als Regisseur. Dem Verband schwebt vor, den bald 33-Jährigen als "Playing Assistant" und spielenden Botschafter einzubinden - vertraglich fixiert und extern finanziert. Um den Bundesliga-Leader herum soll ein Team gruppiert werden, das nach dem Leistungsprinzip funktioniert.

Schulterschluss wird angestrebt
Der neue Hoffnungsträger Suter geniesst den uneingeschränkten Support der wichtigsten Führungsfiguren der Schweizer Klubszene. Allen voran der einflussreiche Kadetten-Chef Giorgio Behr ist ein grosser Befürworter der Trainer-Methodik Suters: "Er hat im Nachwuchsbereich extrem wichtige Aufbauarbeit geleistet." Mit der Freigabe Suters setzte der Unternehmer ein Signal.

Mit Suter kommt ein innovativer und fordernder Entwickler, der seine Standpunkte im Bedarfsfall auch undiplomatisch zu vertreten pflegt: "Wenn sich jemand nicht für ein solches Projekt motivieren kann, ist er fehl am Platz." Der konsequente Stratege hat viel Konzeptionelles zu bieten, setzt aber frühzeitig Leitplanken: "Ich arbeite nur mit Spielern, die bis 2020 einen klaren Plan haben. Alles andere würde auf Zufall basieren."

Er wird darauf angewiesen sein, dass die Klubs Hand zur engen Kooperation bieten und die Nationalmannschaftskandidaten für die geplanten Stützpunkt-Trainings freistellen. Für Jenny ist der Schulterschluss ein zentraler Punkt: "Wir brauchen das uneingeschränkte Bekenntnis der wichtigsten Partner. Die Spieler und Vereine müssen mitziehen." In den kommenden Wochen wird die Verbandsspitze mit den NLA-Vertretern an den Tisch sitzen und schriftlich abgefasste Lösungen erarbeiten. Die Message liegt vor, die Idee ist ersichtlich: Eine unverzügliche Wiederbelebung des Nationalteams müsste im Interesse aller Beteiligten sein. Der SHV signalisierte seinerseits, die nötigen finanziellen Mittel bereitzustellen.

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Quelle: Sven Schoch, SDA Sport

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