Hinten von links: Stefan Richner (Trainer), Tamas Simon (Physio), Stefan Egloff, Joel Spiegelberg, Joel Hintermann, Marius Moser, Adrian Schumacher, Fabian Hirt (Betreuer) Vorne von links: Tobias Madliger, Benjamin Rudolf, Mike Saxer, Sandro Affolter, Marco Stalder
Teil 1 Donnerstag, 26. Juni 2008, 5.15 Uhr: Die Jungs der Juniorenbeachhandball-Nati starten ihren Trip nach Ungarn. Nach einem ruhigen und kurzen Flug von Zürich nach Budapest und einer etwas unangenehmeren Busfahrt von vier Stunden kam das Team in Nagyatad an. Nach dem Einchecken ins Hotel stand sogleich auch eine Trainingseinheit auf dem Programm. Die Jungs gingen von Anfang an konzentriert ans Werk, sodass Trainer Stefan Richner nach rund einer Stunde das Training beendete. Nach dem Nachtessen im Hotel schaute das Team noch gemeinsam den zweiten Halbfinal der Fussballeuropameisterschaft an. Nach der offiziellen Eröffnung der Beachhandball-EM trafen die Schweizer Jungs um 14.00 Uhr als erstes auf die Ukraine. Die Nervosität war den Spielern ins Gesicht geschrieben. Kaum hatte die Partie begonnen, lag man bereits unglücklich mit 4:0 im Rückstand. Die Pässe waren ungenau, die Schüsse kamen nicht wie gewohnt präzise und in der Deckung bekundete das Team grosse Mühe. Einzig Sandro Affolter wusste auf der linken Seite zu überzeugen. Die erste Halbzeit ging leider klar mit 12:21 an die körperlich überlegenen Ukrainer. Nachdem Stefan Richner in der Pause scheinbar die richtigen Worte an die Jungs gerichtet hat, konnte das Team die Startnervosität ablegen und spielte mit der Ukraine auf gleichem Niveau, meistens sogar klar besser. Die Ukrainer wurden mit jeder Minute nervöser, die Schweizer immer besser. Dies führte dazu, dass die Jungs die zweite Halbzeit mit 23:16 klar für sich entscheiden konnten. Im Shootout (Penaltyschiessen) war das Glück leider nicht mehr auf der Schweizer Seite und die Ukrainer entschieden das erste Spiel für sich. Um 17.00 Uhr stand das zweite Spiel auf dem Programm. Der Gegner waren die einheimischen Ungaren und waren klarer Favorit. Nach dem Einlaufen in den Center Court wurden die Nationalhymnen der beiden Teams gespielt. Der Schweizer Psalm wurde von den Veranstaltern stark gekürzt, dafür schien die Ungarische nicht mehr aufzuhören. Körperlich waren die Schweizer wieder klar unterlegen, doch spielerisch überzeugte das Team von Anfang an. Von der Nervosität vom ersten Spiel war gar nichts mehr zu spüren. Die Fliegerpässe waren präzise, die Schüsse kamen aufs Tor und jeder kämpfte für seine Teamkollegen. Die Schweizer entschieden so die erste Hälfe der Partie drei Sekunden vor Schluss knapp mit 19:18 für sich. Angeführt vom starken Torhüter Benjamin Rudolf, welcher einen Penalty sogar mit dem Kopf abzuwehren wusste, dominierte das Schweizer Team das Spiel nach Belieben. Nach nur 5 Minuten führte man bereits mit 10 Toren Differenz. Das Team kämpfte mit viel Herzblut und siegte schlussendlich klar und verdient mit 26:16. Stefan Richner und auch seinem Team fiel ein riesiger Stein vom Herzen. So kann es weitergehen, am Samstag findet das letzte Gruppenspiel gegen Dänemark und der Viertelfinal statt. Mit einem Sieg gegen Dänemark kann sich das Team sogar den Gruppensieg sichern und sich für das Viertelfinale eine bessere Ausgangslage erarbeiten. Patrick Mathys, Betreuer Teil 2 Nach dem erfolgreichen Start in die Beachhandball Europameisterschaft wollte das Schweizer Team heute zeigen, dass es zu Vielem fähig ist. Nach dem Frühstück und einem kurzen Spaziergang im Dorf sah man sich gemeinsam einige Videosequenzen vom gestrigen Spiel gegen Ungarn an. Man wollte so gezielt die Schwächen aufdecken und im nächsten Spiel verbessern. Um 12.00 Uhr war das letzte Gruppenspiel gegen Dänemark. Die Schweizer Jungs starteten wieder sehr nervös in die Partie und begangen ungewohnt viele Fehler. Zum Glück nutzten die Dänen diese Schwächephase nicht aus. Das Spiel verlief sehr lange ausgeglichen und kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Die Schweizer hatten dann jedoch eine starke Phase gegen Ende der ersten Halbzeit und entschieden diese schlussendlich klar und verdient mit 21:15 für sich. Die zweiten 10 Minuten verliefen alles andere als optimal für die eidgenössischen Jungs. Nach einem relativ guten Start wollte nichts mehr gelingen und man rannte schnell einem Rückstand hinterher. Die Dänen liessen sich nicht zweimal bitten und brachten den Vorsprung, wenn auch nur sehr knapp, über die Zeit und gewannen 23:22. Es kam zum Shootout zwischen den beiden Teams. Die Schweizer erhofften sich mit einem Sieg einen schlechteren Gegner im Viertelfinale und waren im Shootout von Anfang an konzentriert bei der Sache. Die Schweizer Schützen versenkten souverän all ihre Schüsse im Tor und Torhüter Mike Saxer konnte zwei Schüsse der Dänen abwehren. Somit war der Shootout bereits nach vier Schüssen entschieden und das Schweizer Team schloss die Vorrunde auf dem hervorragenden zweiten Rang ab. Viertelfinalgegner war nun die Türkei, welche in der anderen Gruppe auf dem dritten Rang lag. Um 15.30 Uhr startete der Viertelfinal und man wollte die Türken unbedingt schlagen, um zu den besten vier Teams des Turniers zu gehören. Die Jungs waren von Beginn an topp motiviert und vor allem Spielmacher Marco Stalder konnte immer wieder Akzente setzen. Man liess die Türken nie richtig ins Spiel kommen und entschied so mit einer konzentrierten Mannschaftsleistung die erste Hälfte mit 22:17 für sich. Der erste Schritt in Richtung Halbfinal war also getan. In der zweiten Hälfte fühlten sich die Schweizer zu sicher. Zudem fanden die Türken immer besser ins Spiel. Viele Fehler und verpasste Torchancen der Schweizer wurden von den Türken jeweils eiskalt ausgenutzt. Einzig Benjamin Rudolf konnte mit einigen mirakulösen Paraden die Schweizer einigermassen im Spiel halten. Schlussendlich verlor man jedoch den zweiten Durchgang mit 14:17. Es kam erneut zu einem Shootout. Marius Moser, Tobias Madlinger und Sandro Affolter verwandelten ihre Penalties souverän. Einmal mehr war es dann Benjamin Rudolf im Tor, welcher mit drei spektakulären Paraden den Shootout zu Gunsten des Schweizer Teams entscheiden konnte. Die Freude über den Halbfinaleinzug war bei Stefan Richner und seinem Team grenzenlos. Sogar im Pool bei der verdienten „Abkühlung“ (Wassertemperatur ca. 28 Grad) wurde munter weitergefeiert. Das vorgegebene Ziel Halbfinal wurde also erreicht. Nun ist alles möglich und man hofft auf einen Exploit des Schweizer Teams, welches am Sonntag gegen die körperlich sehr starken Serben antreten muss. Die ganze Schweizer Delegation ist hochmotiviert und wer weiss, vielleicht liegt sogar der EM Titel drin... Patrick Mathys, Betreuer Teil 3 Für Stefan Richner und sein Team ging es heute, Sonntag 29. Juni 2008, um den Finaleinzug an den Europameisterschaften der Junioren. Um 12.00 Uhr stand der erste Halbfinal des Turniers zwischen Serbien und der Schweiz auf dem Programm. Die gross gewachsenen Serben starteten sehr gut in die Partie und konnten schnell einige Tore vorlegen. Vor allem ihren Spielmacher konnten die Schweizer nie richtig in den Griff bekommen. Als dann jedoch die Startnervosität der Jungs abgelegt wurde, holte man Tor um Tor auf. Leider reichte es nicht mehr ganz und die Schweizer verloren mit 21:22. Stefan Richner fand in der Pause jedoch wieder einmal die richtigen Worte. Seine Jungs begannen den zweiten Durchgang sehr stark und konnten das Niveau während den ganzen zehn Minuten hoch halten. Tobias Madlinger spielte eine ausgezeichnete Partie und konnte auf der rechten Seite immer wieder zeigen, zu was er fähig ist. Mit einer kämpferisch tadellosen Mannschaftsleistung konnte man so die erarbeitete Führung über die Zeit bringen und man gewann 21:20. Es kam also wieder einmal zu einem Shootout. Marius Moser verwandelte den ersten Penalty souverän und da Benjamin Rudolf den ersten serbischen Wurf entschärfen konnte, war der Sieg sehr nahe. Leider zeigte zum Schluss des Shootouts auch der serbische Torhüter sein Können und konnte gleich zwei Schüsse parieren. Somit war der Traum vom Finale für die Schweizer geplatzt. Die Enttäuschung bei den Schweizern war riesengross, da jeder wusste, wie nahe man eigentlich einem Sieg war. Nun hiess es die Enttäuschung über den verpassten Finaleinzug zu vergessen und sich voll und ganz auf den kleinen Final zu konzentrieren. Stefan Richner betonte noch einmal, dass auch das ein Finalspiel sei und man könne stolz auf die bisher gezeigte Leistung sein. Um 15.30 Uhr war der kleine Final auf dem Center Court. Gegner war Norwegen. Die Nordländer haben ihrerseits den Halbfinal gegen die einheimischen Ungaren verloren. Wie bereits im Halbfinal bekundeten die Schweizer in der ersten Hälfte grosse Mühe. Man liess die Norweger spielen und konnte selber nie das Spieldiktat an sich reissen. Die erste Halbzeit ging mit 20:16 an die Junioren aus Norwegen. In den zweiten zehn Minuten sah man ein völlig verwandeltes Schweizer Team. Man spielte souverän und liess den Norwegern keine Chance. Mit den wahrscheinlich besten zehn Minuten des Turniers erspielten sich die Schweizer erneut einen Shootout. Man gewann die zweite Hälfte klar und diskussionslos mit 31:20. Im Shootout war dann leider die Luft bei den Schweizern draussen und die Norweger holten sich die Bronzemedaille. Trotz den beiden Niederlagen am Finaltag ist Stefan Richner sehr zufrieden mit seinem Team. Viele Trainer, Schiedsrichter und Zuschauer gratulierten zu den unglaublichen Leistungen, die das Team erbracht hat. Es hiess immer wieder, dass die Schweizer den schönsten Beachhandball gezeigt haben und es sei unglaublich, dass die Spieler die körperlichen Defizite mit ihrem variantenreichen Spiel wettmachen konnten. Nach den beiden Finalspielen der U18 Frauen und Männer, welche beide von Ungarn gewonnen wurde, gab es die offizielle Schlussfeier und das Rangverlesen. Die Turnierleitung war mit dem ganzen Ablauf des Turniers sehr zufrieden und dankte allen Teams. Speziell erwähnte man jedoch die Schweizer. Man habe noch nie Schweizer gesehen, die so fröhlich waren und für eine solche Stimmung sorgten. Die Schweiz ist ganz klar Sieger der Herzen und wurde von allen Teams lautstark gefeiert. Der Schweizer Torhüter Benjamin Rudolf wurde zudem ins All Star Team des Turniers gewählt. Und der wertvollste Spieler des Turniers – wie könnte es anders sein – kommt natürlich aus der Schweiz. Sandro Affolter wurde mit dieser Auszeichnung geehrt. Das ganze Team zeigte während diesen drei Turniertagen einen unglaublichen Teamgeist und erbrachte Toppleistungen. Die Spieler und Trainer Stefan Richner werden diese EM sicherlich noch lange in guter Erinnerung behalten. Patrick Mathys, Betreuer
Quelle: Galerie von Csezare
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